Kleiner Garten-Knigge

Nach dem langen Winter werden alle Anzeichen der wärmeren Jahreszeit begeistert begrüßt: Vielleicht reicht der Sonnenschein bereits, um doch schon mal den Grill anzuwerfen…? Was den einen Gartenbesitzer freut, ist oftmals des anderen Leid.

Angesichts dichter Rauchschwaden von Nachbars Grill, begeisterten Kindern beim ersten Fußballspiel im Freien und dem Rattern des Rasenmähers, der auch schon Frühlingsluft schnuppern soll, wünscht sich so mancher den (ruhigen) Winter zurück. Für einen harmonischen Start in den Frühling lohnt es sich daher, den kleinen Garten-Knigge mit aktuellen Infos über Grillen, Rasenmähen und Kinderlärm zu beachten.

In der warmen Jahreszeit, wenn das Leben mehr im Garten oder auf der Terrasse als im Wohnzimmer stattfindet, sind in der Nachbarschaft vermehrt Rücksichtnahme und Toleranz gefordert. Besonders beim Grillen kommt es häufig zum Streit, denn Würstchenduft und Rauchschwaden machen am Gartenzaun nicht Halt. „Ein gesetzliches Verbot gegen Grillen gibt es nicht. Die Grundregel lautet: Solange es die Gemeinschafts- bzw. Hausordnung nicht verbietet, steht dem gelegentlichen Brutzeln von Würstchen nichts im Wege. Allerdings ist jeder verpflichtet, darauf zu achten, dass dabei nicht zu viel Qualm entsteht und dieser nicht in Nachbars Wohnung zieht“, so die D.A.S. Juristen. Auch von Seiten der Gerichte gibt es keine eindeutigen Vorgaben. So hängt es immer vom Einzelfall ab, ob ein Richter das Grillen untersagt, zeitlich und oder örtlich begrenzt oder ohne Einschränkung gestattet. Maßgebend für die Entscheidung sind insbesondere Lage und Größe des Gartens, die Häufigkeit des Grillens und der verwendete Grill (OLG Frankfurt, Az. 20 W 119/06). In jedem Fall muss derjenige, der sich vom Gebrutzel des Nachbarn beeinträchtigt sieht, eine Belästigung nachweisen – ein nicht immer einfaches Unterfangen. Um bereits im Vorfeld Streit zu vermeiden, ein Tipp der Rechtsschutzexperten: „Beachten Sie schon beim Aufstellen des Grills in welche Richtung der Rauch weht, damit Ihr Nachbar nicht Türen und Fenster schließen muss!“

Im Sommer wird’s lauter

Mit den ersten Sonnenstrahlen drängt alles ins Freie – da bleibt es nicht aus, dass es etwas lauter wird. Lärmbelästigung ist im Nachbarschaftsverhältnis einer der häufigsten Streitpunkte. Um Konflikten vorzubeugen, sollte man sich daher an die vorgeschrieben Ruhezeiten halten. Bei der Gartenparty deshalb ab 22 Uhr Musik und Gespräche dämpfen oder das Fest in die Wohnung verlagern. Und selbst wenn das Gras bereits Kniehöhe erreicht hat: Vor 7 Uhr morgens und nach 20 Uhr abends sowie ganztägig an Sonn- und Feiertagen müssen Rasenmäher und andere, lärmende Gartengeräte im Gartenhäuschen auf ihren Einsatz warten. Darüber hinaus gilt für bestimmte Geräte, wie z.B. für Laubbläser und Laubsammler, grundsätzlich auch ein Betriebsverbot in der Zeit von 7 Uhr bis 9 Uhr, von 13 Uhr bis 15 Uhr sowie 17 Uhr bis 20 Uhr. Dies sieht die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV) so vor. In ihr sind die Betriebszeiten für Geräte und Maschinen geregelt. „In manchen Gemeinden gelten sogar noch strengere Regelungen“, klären die D.A.S. Juristen auf: „Auch ein Blick in die Hausordnung (meist als Anhang zum Mietvertrag oder bei Hausverwaltung oder Hausmeister erhältlich) kann sich lohnen, da diese ebenfalls oft abweichende Regeln vorgibt.“ Auskunft über die staatlich verordneten Ruhezeiten erteilt die jeweilige Gemeinde, zuständig sind dabei das Ordnungsamt oder die Umweltbehörde.

Lärm ist nicht gleich Lärm

Können Kinder endlich draußen wieder spielen und toben, bringt auch dies unweigerlich einen erhöhten Lärmpegel mit sich. Doch Vorsicht: „Kinderlärm ist keine Lärmbelästigung“, erläutern die D.A.S. Rechtsexperten. „Dazu hat das Oberverwaltungsgericht NW ein interessantes Urteil getroffen, laut dem junge Menschen die Möglichkeit zum Austoben haben müssen und die dabei entstehenden Geräusche grundsätzlich allen Menschen zumutbar sind (OVG NW, Az. 11 A 1288/85).“ Dennoch gilt für Eltern, ihren Kindern das Gebot zur Rücksichtnahme nahe zu bringen. Konkret: Die Garagenwand eignet sich nicht dauerhaft als Fußballtor, vielleicht kann man mal auf die Wiese ausweichen? Streitereien mit den Freunden können auch in normaler Lautstärke gelöst werden, Schreien führt nicht unbedingt schneller zum Erfolg. Und das Planschbecken ist auch nach der Mittagsruhe noch eine willkommene Abkühlung!

Verstehen Sie Spaß?

Auch ganz stille Nachbarn können freilich für eine Menge Ärger sorgen, beispielsweise durch eine allzu provokante Garten-Dekoration. Vielleicht muss der neu erworbene Gartenzwerg, der allen Betrachtern einen Vogel zeigt, ja nicht ausgerechnet mit Blickrichtung zum Nachbarn aufstellt werden? Das Arbeitsgericht Grünstadt hat hier nämlich keinen Spaß verstanden und die Entfernung des frechen Heinzelmännchens angeordnet (Az. 2a C 334/93). Ein nettes Gespräch über den Balkon oder Gartenzaun ist einem humorvollen und harmonischen Miteinander da sicherlich zuträglicher.

 

Quelle: HNA

 

Ostergrüße

Dürfen Eier nun geköpft werden oder nicht?

Ob zu Weihnachten, zu Neujahr oder eben zu Ostern – Grußkarten mit den besten Wünschen zum Anlass zu verschicken ist in der westlichen Welt durchaus noch gebräuchlich. Aber Vorsicht: Die säkularisierte Welt setzt sich auch hier immer öfter durch.

„Soll man oder soll man doch nicht?“ – diese Frage stellt sich kurz vor Ostern immer häufiger. Viele Menschen freuen sich zwar über die freien Tage zu Ostern, der religiöse Sinn dahinter ist ihnen jedoch oft unbekannt bzw. egal. Ostergrußkarten zu verschicken, erscheint deshalb manchmal deplaziert.

Egal welche Form Sie wählen, die Ostergrüße müssen rechtzeitig ankommen: bei geschäftlichen Kontakten bis spätestens Gründonnerstag, bei privaten Wünschen kann es auch der Karsamstag sein.

Eine besonders elegante Variante ist immer die Brief- oder Kartenform, wobei auch Karten in Briefumschläge verpackt werden sollten. Vordrucke und Floskeln sind tabu. Formulieren Sie besser paar persönlich gehaltene Sätze. Sie könnten beispielsweise an Ihre letzte Begegnung erinnern oder auch ein Treffen vorschlagen.

Ein No-Go, vor allem auf geschäftlicher Ebene, sind Kitschkarten. Greifen Sie indes zu Kunstdrucken mit Stil. Geschäftspapier ist ebenso unpassend.

Elektronische Ostergrüße?
Obwohl ohne E-Mails heutzutage nichts mehr geht, zu Ostern dürfen sie – auf geschäftlicher Ebene – einmal pausieren. Ostergrüße per Mail sollten nur in ganz privaten Rahmen erfolgen, diese geben Raum für längere Ausführungen zu persönlichen Ereignissen. Ostergrüße per SMS sind ein Privileg der Jugend – und zwar ausschließlich.

Besondere Aufmerksamkeit erringen Sie mit der Zustellung eines österlichen Blumenstraußes. In diesem Fall genügt ein kleines Billet mit Ostergrüßen.

Bedenken Sie, dass Ostergrüße eine christliche Gepflogenheit sind – religiös anders orientierte Menschen werden von Ostergrüßen befremdet sein – in diesem Fall sind Frühlingsgrüße ein Ausweg.  

Quelle: knigge2day.at

Hier einige Tipps zum stilvollen Eieressen:

 

Etikette ist nicht gleich Höflichkeit

Ein wichtiger Punkt: Etikette ist nicht gleich Höflichkeit. Sie bestimmt lediglich, wie wir uns technisch in der Gesellschaft richtig verhalten. Dabei spielt Höflichkeit zunächst keine Rolle. Allerdings ist es auffällig, dass Menschen, die das technische Verhalten zu hundert Prozent beherrschen, zuweilen an der Höflichkeit sparen. Dabei ist die Etikette keineswegs sinnlos. Im Gegenteil. Wir erlernen früher oder später, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten soll, welche Konvention in verschiedenen Gesellschaftsbereichen herrscht und passen uns an. Wir geben uns also einen Rahmen für das Miteinander vor.

Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie man in der Öffentlichkeit seinen Mitmenschen gegenüber auftritt. Es geht nicht darum, sein Ego zu verbiegen. Vielmehr bedeutet es Rücksichtnahme auf ein stressfreies Miteinander. In der Öffentlichkeit sollte es selbstverständlich sein, anderen seine Hilfsbereitschaft anzubieten. Eine freundliche Begrüßung beim Betreten eines Raumes gehört ebenso dazu wie ein „Danke“ oder „Bitte“, wenn man etwas bekommen hat oder möchte.

Der tägliche Umgang mit Menschen ist durch Kommunikation geprägt. Wer nicht spricht, kann mit anderen kaum sinnvoll umgehen. Und ein „zivilisierter“ Miteinander bedeutet nicht immer das Einhalten einer steifen Etikette. Vielmehr kommt es darauf an, sich ein Repertoire verschiedener Verhaltensmustern anzueignen und bei Bedarf das passende auszuwählen.

Was bedeutet „Etikette“?

Wir benutzen den Begriff auch heute noch in seiner ursprünglichen Bedeutung. Der Begriff „Etikette“ kommt aus dem Französischen und bedeutet nichts anderes als „angeheftetes Zettelchen“. Ebensolche mussten Adlige tragen, die sich am königlichen Hofe aufhielten. Auf ihnen war der gesellschaftliche Rang des Betreffenden vermerkt – so wurde schnell klar, wer wen wie grüßen musste. Heutzutage verbindet man mit dem Begriff vor allem die Umgangsformen untereinander. Zudem gibt es die Etiketten auf Verpackungen.

Quelle: Focus online

 

Mit dem richtigen Outfit zum Traumjob

Durch die sorgfältige Auswahl des Stylings präsentiert man sich nicht nur von seiner besten Seite, sondern zeigt auch dem potenziellen Arbeitgeber seine Wertschätzung. Das Outfit sollte sich deshalb unbedingt der Branche und dem gewünschten Arbeitgeber anpassen. Während bei Versicherungen oder Banken Seriosität an erster Stelle steht, wirken Anzug und Krawatte in kreativen Berufen schnell aufgesetzt.

Erfolgsfaktor Höflichkeit

Ein persisches Sprichwort sagt: „Höflichkeit ist ein Kapital, das den reicher macht, der es ausgibt.“

Wer Erfolg haben will, kommt um ein gutes Maß an Höflichkeit nicht herum. Höflichkeit ist eine Tugend, deren Folge eine rücksichtsvolle Verhaltensweise ist, die den Respekt vor dem Gegenüber zum Ausdruck bringt.

Der Umgang miteinander, ob im Geschäftsleben oder privat, sollte wohl überlegt sein. Manche westlichen Verhaltensweisen, zum Beispiel die Äußerung von Kritik, könnte Ihr Gegenüber vor den Kopf stoßen. Achten Sie stets auf einen respektvollen Umgang, Freundlichkeit und Zurückhaltung. Dies gilt einmal mehr für Geschäftspartner aus anderen Kulturen.

 

Essen und Trinken in der Schweiz

In Schweiz ähneln die Sitten im Prinzip denen Deutschlands. Grundsätzlich achtet man immer auf gute Benimmregeln, denn gerade die Schweiz ist bekannt für sein hohes Niveau mit hervorragend ausgebildetem Servicepersonal. Die Hoteliers im Land gehören zur Spitze der Welt. Wie bei uns, sind die Servicegelder in der Rechnung enthalten, man erwartet aber ein Trinkgeld. Nicht wundern sollte man sich beim Fondueessen über den immer noch gültigen Brauch, nachdem der Mann, dem Brot ins Fondue fällt, mit einem Getränk zahlen muss – die Frau mit einem Kuss. Was man vielleicht auch wissen sollte: das Käsefondue ist eine Besonderheit vor allem während der kalten Jahreszeit, in Sommer ist es nicht en Vogue.

Quelle:  www.benimmregeln-reise.de

Tipps und Tabus für Geschäftsreisen nach Hongkong

Kleidung: Es herrschen westliche Kleidungsgepflogenheiten. Männer sollten einen dunklen Anzug tragen, Frauen ein dunkles Kostüm. Wichtig sind auch blitzblanke Schuhe.

Pünktlichkeit: Nach dem Motto „Time is money“ wird pünktliches Erscheinen erwartet.

Begrüßung: Man gibt sich die Hand, dabei aber nicht zu fest zudrücken. Visitenkarten sollten auf einer Seite in Chinesisch verfasst und der Vorrat nicht zu klein sein.

Verhandlungen: Kontroverse Diskussionen und Monologe sollte man vermeiden. Mit Zuhören und Fragenstellen kommt man besser ins Gespräch und am Ende auch ins Geschäft.

Tabus: Die Beziehung zu Festlandchina sollte man nicht ansprechen.

Quelle: Company Tip

Wohin im Restaurant mit Handtasche und Herrenaccessoires

Für den abendlichen Restaurantbesuch eignet sich am besten eine Clutch oder zumindest eine kleine Handtasche. Diese gehört zwischen Rücken und Stuhllehne. Eine größere Handtasche, die man tagsüber dabei hat, kann rechts am Boden abgestellt werden oder noch besser mit einem modischen Handtaschenhalter rechts an die Tischkante gehängt werden. Die Herrenutensilien Protemonnaie, Schlüsselbund und Handy auf dem Tisch abgelegt, nennt man Proletenbesteck. Wer sich nicht als solcher outen möchte, lässt diese Teile am besten im Sakko. Ein Geheimtipp im Privatbereich ist die Handtasche der Partnerin als Unterbringungsmöglichkeit. Ebenfalls nicht auf dem Tisch platziert werden sollte die Brille. Im Grunde gehört nichts auf den Tisch, was nicht zum Essen benötigt wird.

Quelle: Knigge–Gesellschaft für Moderne Umgangsformen, Stromberg

Naschen erlaubt

„Schatzi, probiere doch mal von meinem Schnitzel“. Naschen beim Partner ist bisher in vielen Restaurants ein No-Go gewesen. Das ist aber viel zu hochnäsig und nicht mehr zeitgemäß, meint die deutsche Knigge-Gesellschaft. In vielen Ländern ist es sowieso üblich, dass alle am Tisch von Allem probieren können. Restaurants sollten sich darauf einstellen und zusätzliches Geschirr bereit stellen. Ab sofort gilt die neue Regel: Im Restaurant darf vom Essen des Partners probiert werden.

Quelle: radiovest.de / Benimmregeln

Bier statt Wein zu einem festlichen Essen

Bierfans kommen manchmal in ein Entscheidungsdilemma, wenn Sie zu einem Menü eingeladen sind, zu dem die Gastgebenden – wie üblich – auch die begleitenden Weine ausgesucht haben. Verlangt es dann die Höflichkeit, dass Sie den vielleicht ungeliebten Wein trinken? Oder ist es ohne Fettnäpfchengefahr möglich, sich einfach ein Bier zu bestellen?
In der Gastronomie bitten Sie am besten eine Restaurantfachkraft, diese Frage diskret mit den Einladenden zu klären. So kommt bei ihnen nicht das Gefühl einer Verpflichtung auf, ihrem direkt an sie gerichteten Wunsch zustimmen zu müssen, wenn sie dies gar nicht möchten.
Im Privathaushalt ist Fingerspitzengefühl gefragt. Kennen Sie sich gut, dürfte die Bitte problemlos erfüllt werden. Wissen Sie jedoch zum Beispiel nicht, ob Ihre Gastgebenden stets Bier im Haus haben, würden diese durch Ihre Frage danach eventuell in Verlegenheit gebracht. Unabhängig davon könnte sich jemand beleidigt fühlen, wenn er Ihnen seinen „besten Tropfen“ anbietet und Sie ihn verschmähen. Als Alternative bleibt immer noch die Bitte um ein Mineralwasser.
Tipp für Einladende: Ersparen Sie Ihren Gästen am besten solche Zweifel und Schwierigkeiten, indem Sie direkt von sich aus anbieten: „Wenn Sie lieber ein Bier statt Wein zum Essen trinken möchten, bestellen Sie es sich doch, bitte / hole ich es Ihnen gern.“

Quelle: AUI, Bielefeld